Freitag, 8. Juli 2022

 

Ich bin denn mal draußen …

 

Foto: uni-freiburg.de


Warum ich der Auffassung bin, dass der von oben aufoktroyierte Gendersprech, der sich bisher zum Schein auf den Doppelpunkt mit innen-Endung reduziert, nicht nur nicht emanzipativ im Sinne der Frauenrechte, sondern im Gegenteil, tendenziell frauenfeindlich, rassistisch und inhuman ist und die Entmenschlichung der Gesellschaft zum eigentlichen Zweck hat? Das werde ich in den folgenden Zeilen erläutern und begründen.

 

Gender ist rein politisch begründet und unwissenschaftlich

Fraglos ist Sprache immer im Fluss und in Entwicklung begriffen. Fraglos aber auch ist, dass der jetzt wie ein Sturzbach hereinstürzende Genderneusprech rein politische Ursachen hat und von oben Schritt für Schritt auf unsere wunderbar lebendige Sprache aufgepflanzt wird, mit ausgesprochener Gewalt (noch) an den Universitäten (der Beispiele gibt es leider viele) und mit vorauseilendem Gehorsam in den Institutionen und, was mich besonders entsetzt, ebenfalls und besonders intensiv in der Kultur und der Kunst.

 

Die biologischen Tatsachen werden abgelehnt

Wo eigentlich sind die Ursachen des Gendersprech zu suchen. Die Antwort ist so einfach wie falsch und unwissenschaftlich: Es gibt angeblich keine biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau, sondern ausschließlich nur sozialpsychologische, „lebensgefühlabhängige“ (laut Fachstelle Gender und Diversität NRW). Entsprechend gibt es bisher über 70-Sexualvorlieben, die in dem Abkürzungsungetüm LGBTQ+ zusammengefasst sind.  Die Übersetzung erspare ich mir aus gutem Grund.

 

Foto: lpb-bw.de

0,25 Prozent gegen 99,75 Prozent

So kann ab 2023 sogar jedes Kind ab 14 Jahren sein Geschlecht und seinen Namen jährlich einmal auf dem Standesamt ändern lassen. Da bleibt einem die Spucke weg. Ein Verbrechen an unserer zukünftiger Generation. Wo ist der Staat, der mit Vernunft die Interessen seiner Bürger vertritt? Wie verantwortungslos ist es, Jugendliche im Pubertätsalter dazu zu verführen, an ihrem Geschlecht herumzuwerkeln? Was steckt hinter diesem Angriff auf 99,75 Prozent der Bevölkerung (denn lediglich 0,25 Prozent aller geborenen Kinder sind laut Deutscher Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität geschlechtlich undefiniert, dagegen 99,75 Prozent eindeutig männlich oder weiblich)? Was treibt die Gender-Agenda dazu, die biologischen Tatsachen zu leugnen und die Eltern (der Begriff soll abgeschafft und durch „austragender Elternteil“ und „nicht gebärender Elternteil“ ersetzt werden, wie auch die jahrtausendalten Begriffe wie Mutter und Vater) dazu zu verdonnern, ihre Kinder geschlechtsneutral zu erziehen? Die Schulen sind bereits zu Gendermaschinen verkommen und der Einfluss der Eltern auf ihre Kinder wird systematisch unterwandert.

 

 Umerziehung lautet die politische Agenda

Tatsächlich steckt hinter dem Genderneusprech die politische Absicht, die Gesellschaft als Ganzes umzuerziehen. Was aber macht diese Sprachverhunzung, die nicht einmal einfachsten linguistischen und wissenschaftlichen Kriterien standhält, so wichtig für die Globalisten und ihre politischen Handlanger? Und warum fallen so viele gutgläubige Menschen darauf herein?

Es ist das Versprechen, eine humanere und gerechtere, gleichere Gesellschaft durch Sprache und scheinwissenschaftliche Behauptungen zu errichten, alle Menschen seien grundsätzlich geschlechtsneutral geboren und fänden lediglich durch sexuelle Vorlieben zu ihrer wahren sexuellen Erfüllung. Tatsächlich aber ist das eine bitterböse Täuschung. In Wirklichkeit ist die gendergerechte Sprache ein Dehumanisierungsprogramm erster Klasse. Auch ist sie ein Schlag ins Gesicht der tatsächlichen Transsexuellen, die wohl sehr gut wissen, dass ihre Transsexualität innerlich, seelisch, psychisch bewältigt werden muss, mit viel Liebe und Unterstützung, und nicht durch äußerliche politische Maßnahmen, die eher diskriminierend auf sie wirken müssen. Das wäre endlich einmal klarzustellen. Aber zurück zum cui bono.

 

Die Ziele der Aufklärung werden zu Grabe getragen

Bekanntlich sind unsere Vordenker des Great Reset wild darauf, den neuen Menschen zu schaffen, einen, der bereit ist, seine Selbstbestimmtheit an die Maschine abzugeben, einen digitalen Deal als Cyborg einzugehen. Dazu braucht es vor allem Kinder und Heranwachsende als Neutrum-Geschöpfe, Geschlechtslosigkeit und insgesamt verwirrte, irritierte und eigenschaftslose Gestalten. Dazu zählt auch der immanente Rassismus der BLM-, Antifa- sowie Teile der Friday for Future-Bewegung, die voll auf das Great Reset der globalen Eliten hereinfällt und den Gender-Unsinn kritiklos mitmacht.

 

Die Ersetzung des Homo Sapiens durch den Homo Technicus

Insofern zielt der Transgendersprech auf die Veränderung des Selbstverständnisses der Menschen und forciert dazu den Angriff auf Kinder und Jugendliche. Sie sollen kein sicheres Fundament der Erziehung mehr genießen, zu starken Frauen und Männern heranwachsen dürfen, sondern sie sollen zu idenditätslosen, verwirrten und entwurzelten Wesen degenerieren. Keine Aufklärung, keine Selbstbestimmtheit, keine Befreiung von der selbstverschuldeten Unmündigkeit, sondern im Gegenteil: die Aufgabe der Autonomie, der Individualität, und vor allem die Unabhängigkeit sind das Ziel dieser Gender-Agenda. Die Ablösung des Homo Sapiens durch den Homo Technicus.

Bereits im Januar dieses Jahres schrieb ich zum halbjährlich erscheinenden Magazin des Ensemble Modern 55/1, das sich leider kritiklos der Gendersprache anbiedert und das Ganze mittlerweile sogar ausweitet (siehe das zweite Magazin vom Juli 2022, 56/22/2), unter anderem:

„Für einen Wort- und Sprachliebhaber ist das eine Zumutung. Noch reduziert sich das Geschreibsel auf Doppelpunkte und Wortungeheuer wie Komponist:innenpersönlichkeit. Vor allem im Beitrag von Egbert Hiller Shaping the Future wimmelt es nur so von diesen Missbräuchen und, ehrlich gesagt, das Lesen wird dadurch nicht gerade bereichert. Im Gegenteil. Keine Lust auf Text bei dieser Sprachverhunzung. Glücklicherweise ist der englische Text noch normal und man kann getrost auf diesen ausweichen.

Auch der Gendersprech – sollte man endlich einmal konstatieren – ist Teil der maschinengetriebenen Machtübernahme des digital-finanziellen Komplexes. Nicht um Geschlechtergerechtigkeit geht es bei seiner Verwendung, sondern um die Neutralisierung der Geschlechter und ihre Anpassung an eine digitalisierte entmenschlichte Algorithmen-Sprache.“

 

Foto: pict-rider/LI-Hamburg

Der Staat handelt unverantwortlich

Beklagenswerter Höhepunkt dieser Agenda ist der jüngst (2. Juli) in der Berliner Humboldt Universität geschehene Vorfall im Rahmen der Nacht der Wissenschaft, wo ein Vortrag der Biologie-Doktorandin, Marie-Luise Vollbrecht, zum Thema: "Geschlecht ist nicht gleich Geschlecht. Sex, Gender und warum es in der Biologie nur zwei Geschlechter gibt", mit der Begründung untersagt wurde, dass man nicht für ihre Sicherheit garantieren könne. (Man lese die diversen veröffentlichten Artikel dazu). 

Humboldt würde sich im Grabe drehen über die Universität seines Namens. Oder wenn man zum Begriff Cis-Gender in einem staatlichen Fachblatt Gender und Diversität NRW lesen muss: Mann und Frau repräsentieren keine Normalität. CIS (aus dem lateinischen übersetzt: Diesseits) bedeute eine gewisse Geschlechteridentität: Hetero, schwul oder lesbisch. Und weiter: „So wenig wie das biologische Geschlecht in jedem Fall eindeutig bestimmbar ist, so wenig muss eine Geschlechteridentität im Laufe eines Lebens bestehen bleiben.“ Toll, einfach toll. Zurück ins religiös-ideell geprägte MA – vom wissenschaftlichen Standpunkt aus betrachtet – und vorwärts in die Cyborg-Welt des finanziell digitalen Komplexes – von der Seite der Globalisierer und philanthropisch daherkommenden Menschenverächter gewünscht.

 

Die selbstverschuldete Unmündigkeit hält wieder einmal Einzug

Mein Entschluss steht fest: Ich werde mich weiterhin auf die altbewährte deutsche Sprache stützen und statt Doppelpunkt-innen draußen bleiben, die generischen Begriffe verwenden, so wie sie gedacht sind, nämlich geschlechterübergreifend, und die Berufsbezeichnungen nicht in Gerundive fassen (Bsp.: Studierende, welcher Blödsinn, was wäre denn mit Orchestermigliedernde, Pianistende, Cellistende oder gar Perkussionistende, ähh) und Frauen wie Männer gleichberechtigt in Sprache und Wortwahl berücksichtigen, da wo es angebracht ist, in echter aufgeklärter und selbstbestimmter Absicht.

Der grassierenden selbstverschuldeten Unmündigkeit weiter Teile der Intellektuellen und Künstler werde ich entschieden entgegentreten und wirkliche Frauenrechte vertreten, wie ich es seit jeher praktiziert habe. Alles, was die Sprache biologie- und wissenschaftsfeindlich neutralisiert, Identitätslosigkeit schürt und biologische Tatsachen ignoriert, alles was die Sprache entmenschlicht – und das versucht der Gendersprech –, werde ich mit Nachdruck die ehrliche Sprache entgegenstellen.

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