Das 36. Rheingau Musik Festival vom 24.06. bis zum 02.09.2023
Eine Vorschau auf das diesjährige Programm
![]() |
| Foto: Herne Woodworks |
Ein Sommer voller Musik – Auf zu neuen Ufern
Auch in diesem Jahr bleibt man auf dem Rheingau Musik Festival bei dem
Motto des vergangenen Jahres: Ein Sommer voller Musik 2023. Warum auch
nicht, nach all den Unwägbarkeiten der vergangenen Jahre. Dennoch, und das ist
die positive Nachricht: Das umtriebige Team um Michael Herrmann hat es wieder
einmal geschafft, 164 Konzerte und Veranstaltungen für die Festivaldauer von
gut zwei Monaten anbieten zu können, darunter hochkarätige Orchester, Solisten,
Ensembles und Schauspieler. Auch werden in diesem Jahr wesentlich mehr
Eintrittskarten (insgesamt über 140.000) zur Verfügung stehen, da keine
Abstände mehr gefordert und die Hallenbelegungen nicht mehr limitiert sind.
Also, auf zu neuen Ufern, denn das Programm des diesjährigen Festivals hat es
in sich:
Fünfmal Fokus mit 23 Konzerten
Allein fünf Fokus Künstlerinnen und Künstler bilden mit 23 Konzerten den glänzenden Rahmen: Daniel Hope auf der Geige mit allein fünf Auftritten. Ein Violinist, der mehr bietet als nur schön zu spielen, einer, der während der Lockdowns sein Wohnzimmer zum Konzertsaal umfunktionierte, um durch die Isolation zu helfen.
![]() |
| Daniel Hope (Foto: Alexander Kilian) |
Sarah Willis, eine Hornistin mit sechs geplanten Performances, eine, die als erste Frau überhaupt bei den Berliner Philharmonikern einen Platz bekam. Sie hat eine starke Affinität zur kubanischen Musik und Folklore und verfolgt deren Credo: Wenn Du es nicht tanzen kannst, kannst du es auch nicht spielen.
![]() |
| Sarah Willis (Foto: Gregor Hohenberg) |
Martin Grubinger: Wer kennt ihn nicht!? Einer der herausragendsten Perkussionisten auf diesem Globus. Seine Auftritte sind leider gezählt, denn er hat sich vorgenommen, nach dieser Saison die Schlägel abzulegen. Immerhin tritt er noch dreimal auf, was man sich nicht entgehen lassen sollte.
![]() |
| Martin Grubinger (Foto: Simon Pauly) |
Die Cellistin Sol Gabetta ist keine Unbekannte mehr auf dem Parkett des RMF. Sie strotzt vor musikalischer Lust und Ausgelassenheit und fordert von sich und überhaupt von den Musikern sich auszudrücken und einer Idee zu folgen. Ganz in diesem Sinne gibt sie drei Konzerte im August.
![]() |
| Sol Gabetta (Foto: David Maupile) |
Dann noch Götz Alsmann, ein Multiplayer auf den Tasten, bekannt durch Funk und Fernsehen. Er ist ebenfalls ein alter Hase auf dem Festival, aber als Fokus-Gast ein Debütant. Mit geplanten drei Auftritten wird er nicht allein seine Fans, sondern auch viele Neugierige nach Schloss Johannisburg, ins Kurhaus Wiesbaden und in die Alte Schmelze, den Ort für ganz besondere Events, locken.
![]() |
| Götz Alsmann (Foto: Jens Koch) |
Große Orchester von Weltrang
Erstmals in
Man spielt Gustav Mahlers Sinfonien, Giuseppe Verdis Messa da
Requiem, „Italienische Operngala“, Filmmusiken, Bruckner, Mozart und Vieles
mehr. Das Sommerfest mit Feuerwerk am 01.07. wird mit dem WDR-Funkhausorchester
unter der Leitung von Strobel gestaltet.
Kommen wir zu den Special-Highlights:
Der Jazz hat auf dem Festival seinen festen Platz bekommen. Allein
27 Veranstaltungen an verschiedenen Orten und Locations sind dafür vorgesehen. Es
spielen unter anderen: Nils Landgren &Friends
(11.07), The Hooters (30.06.), Michael Schulte (29.06.), 4Wheel Drive (28.06.),
Ladies Night (13.07.), Johannes Strate (12.07.), Funky Times (04.08.),
ParHasard (05.08.), diverse Bigbands, das Carnegie Hall´s National Youth Jazz
Orchestra (04.08.), and so on. Für jeden etwas und dazu noch mit dem Ambiente
der Extraklasse, wie Schloss Vollrads, Weingüter Allendorf und Hochheim,
Kurpark Wiesbaden, Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden und Schloss
Johannisburg. Was will man mehr?
![]() |
| The Hooters (Foto: Marc Hilgen) |
Nicht mehr wegzudenken sind die Themen-„Nächte“, wie die Mozart Nacht (08.07.), die Spanische Klaviernacht (13.07), die Italienische Nacht (14.07., die Lange Nacht der Chormusik (22.07.), die Pariser Nacht „Sous le ciel de Paris“ (29.07.), die Kubanische Nacht (03.08.), die Spanische Gitarrennacht (05.08.), die Spanische Vokalnacht (09.08.), die Norwegische Nacht (09.08.), die lange Nacht der Streichquartette (12.08.) und nicht zuletzt die Argentinische Nacht (01.09.)
![]() |
| Jazzrausch (Foto: Sebastian Reiter) |
Man wird nicht allein gelassen mit seinen musikalischen Erlebnissen. Vierzehn Veranstaltungen werden mit Vorträgen begleitet. Die Reihe „Konzertführer“ macht es möglich. So werden unter anderem einige Konzerte von Martin Grubinger, Khatia Buniatishvili (Klavier), Avi Avital (Mandoline), Hilary Hahn (Violine) oder Jan Lisiecki (Klavier) in 45-minütigen Einführungsvorträgen besprochen. Hier kann man Musik entdecken, Hintergründe erfahren und mit den Künstlern ins Gespräch kommen.
![]() |
| Kurpark Wiesbaden (Foto: Sebastian Reiter) |
Natürlich darf die jährlich stattfindende Steinberger Tafelrunde nicht unerwähnt bleiben. Ein Treffpunkt der Freunde des RMF mitten in den Weinbergen des Rheingaus mit viel Kulinarik und musikalischer Unterhaltung. Ein unbedingtes Muss für die zahlreichen Förderer des Festivals, aber auch ein Kann für all jene, die das Festival in ihr Herz geschlossen haben.
![]() |
| Steinberger Tafelrunde (Foto: Woody-T) |
Eine Auswahl meiner ganz persönlichen Empfehlungen in diesem Jahr
Natürlich darf das Sommerfest am 01.07. auf Schloss Johannesberg nicht fehlen. Eine Sommernacht mit Streicherklängen und Funk-Grooves. Aber auch ein Treffpunkt für alle, die die kommenden acht Wochen fest in ihrem Terminplan haben.
![]() |
| Anna Vinnitskaya (Foto: Marco Borggreve) |
Dann die vielen jungen aufstrebenden Pianistinnen und Pianisten. Um nur
einige zu nennen: Anna Vinnitskaya (27.06.), Yuja Wang (02.07.
Kurhaus Wiesbaden), die spanische Klaviernacht am 13.07. im Kloster Eberbach
mit Javier Perianes, Jenneba Kanneh-Mason (07.07. Schloss
Johannisberg), Grigory Sokolov (14.07. Kurhaus Wiesbaden), Claire
Huangci (18.07. Schloss Johannisberg), Tony Yun (13.08. Schloss
Johannisberg), Alexandra Dovgan (17.08. Schloss Johannisberg) sowie Ragna
Schirmer (27.08. Kloster Eberbach). Grigory Sokolov, der
Senior-Senior dieser genannten Youngsters gehört einfach dazu, denn er spielt
spontan und überschwänglich wie die Jugend und kraftvoll wie ein
Löwenrudelführer.
![]() |
| Tenebrae Choir (Foto: Chris O´Donovan) |
Des Weiteren freue ich mich auf God Save the King am 05.07. im
Kloster Eberbach mit dem Hochschulchor des HfMDK-Frankfurts, der bereits
im vergangenen Jahr mit Lux Perpetua auftrumpfte.
Auch die Stimmen Afrikas am 08.07. im Kurhaus Wiesbaden haben mein Interesse geweckt.
Der Ndlovu Youth Choir, bestehend aus südafrikanischen Waisenkindern,
gilt mittlerweile weltweit als eines der besten ihrer Art. Ihr Repertoire setzt
sich aus einer Mischung traditioneller südafrikanischer Folklore, Rock-Pop und
Jazz zusammen.
Dazu gehört auch die Lange Nacht der Chormusik am 22.07. im Kloster
Eberbach mit dem Tenebrae Choir, ein vokales Erlebnis, von dem man nie
genug bekommen kann.
Unbedingt nicht zu verpassen sind der Violinist Renaud Capuçon und
der Pianist Alexandre Kantorow. Beide sind am 30.07. auf Schloss
Johannisberg zu Gast, beide auf ihren Instrumenten einsame Klasse.
Selbstverständlich dürfen Alexandra Dovgan am 17.08. auf Schloss
Johannisberg und Grigory Sokolov (14.07. Kurhaus Wiesbaden), ihr
Ziehvater und Vorbild nicht fehlen. Beide meine absoluten Favoriten auf ihren
Instrumenten.
Kubanischer Rumba, Mambo oder Cha-Cha-Cha mit Sarah Willis am Horn
und dem Havana Lyceum Orchestra ist am 02.08. im Kurhaus Wiesbaden
angesagt. Mit Wolfgang Amadeus Mozart am Arm bieten sie eine Reise durch die
Karibik und die europäische Klassik, die sich gewaschen hat.
Last but not least The Planets – An HD Odyssey, eine Klangreise mit
dem City Light Symphony Orchestra in der Mainzer Rheingoldhalle am
26.08. und The Percussion Summit 2023 mit Martin Grubinger am
27.08. an eben demselben Ort. Beide Angebote absolute Pflicht in diesen
Tagen.
Den Abschluss des Sommers der Musik am 02.09. gestaltet Herbert Blomstedt mit dem Gewandhaus Orchester Leipzig. Anton Bruckners 7. Sinfonie E-Dur steht auf dem Programm und lässt die Basilika des Klosters Eberbach erklingen. Diese Finale sollte man sich nicht entgehen lassen.
![]() |
| Kurhaus Wiesbaden (Foto: Sebastian Reiter) |
Einiges Bemerkenswertes
Natürlich können nicht alle Gäste im Musiksommer aufgeführt werden. Dafür
aber einige ihrer Besonderheiten.
Dazu ist die außergewöhnliche Zuwendung zweier Werke, die die Musikgeschichte
beherrschen, zu erwähnen: Es sind die Bachschen Goldberg Variationen und
Strawinskys Le Sacre du Printemps. Die Goldberg Variationen
werden allein viermal unter besondere Perspektive gestellt, mal mit Saxophon,
Akkordeon und Cello (11.07.), dann in der Bearbeitung für Kammerorchester
(19.07.), als Streichquartett mit dem Quatuor Ardeo (02.08.) und dann
doch noch als Klavierausgabe mit Ragna Schirmer (27.08.). Ebenso ergeht es
le Sacre. Einmal am 28.07. mit Martin Grubinger, am 23.08. mit Sheku
Kanneh-Mason am Violoncello und dem Aurora Orchestra und dann am
24.08. mit den Jussen Brüdern am Klavier. Auch hier führen neue
Blickwinkel zu neuen musikalischen Erkenntnissen.
Auch an die Kinder ist gedacht
Wie gesagt, jeder Solist, jedes Ensemble, jedes Orchester ein
extraordinäres Erlebnis. Dabei ist auch an die Kinder gedacht worden.
Für sie gibt es ein Festival ganz besonderer Art. Allein acht Mal zwischen
dem 09.07. und dem 23.08. wird nur für sie Musik, Theater und Spiel angeboten,
auf Sitzkissen, mit Eltern, ohne Eltern und auch für die ganze Schulklasse. Die
Veranstaltungsorte changieren zwischen Burg Eltville, Schloss Vollrads und
Johannisberg. Ein Muss für alle Eltern, die ihren Kindern nach den Jahren der erzwungenen
Isolation Kultur und Miteinander gönnen wollen.
![]() |
| Sitzkissenkonzert (Foto: Felix Francer, minimusikev) |
Fazit
Kommen wir zum Ende: Michael Herrmann und sein Team haben wieder
einmal ein facettenreiches Programm mit illustren Künstlerinnen und Künstlern
zusammengestellt. Für jeden etwas. Von daher der gute Rat. Informieren Sie sich
über das Festivalprogramm 2023 und die Ticket-Bestellungen, die sie auf der Geschäftsstelle und in allen
Veranstaltungen von PRO ARTE und dem Info rheingau-musik-festival.de erfragen und
bestellen können.
![]() |
| Michael Herrmann und Marsilius Graf von Ingelheim (Foto: Hannah Meinhardt) |
E-Mai Adresse: info@rheingau-musik-festival.de
Karten und Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 06723-602170.
Der Ticketverkauf ist seit Mitte Februar eröffnet.





.jpg)









Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen